Satzung

§1 Name, Sitz und Eintragung

  1. Der Name des Vereins lautet Unfug – unabhängig, frei und gemeinsam wohnen e.V.
  2. Er hat seinen Sitz in Lüneburg.
  3. Der Verein soll in das Vereinsregister eingetragen werden.

§2 Zweck des Vereins

Zweck des Vereins ist die Selbstorganisation der BewohnerInnen des gemeinsamen Wohnprojekts Unfug. Der Verein versteht sich als Teil eines Solidarzusammenschlusses der MieterInnen und Wohnungssuchenden im Mietshausbereich. Er ist deshalb Mitglied im Mietshäuser Syndikat und verfolgt denselben Zweck: Selbstorganisierte und sozial gebundene Mietshausprojekte zu schaffen und zu unterstützen, das Recht auf Wohnraum für alle!

§3 Werte

Der Verein Unfug versteht sich als politisch links.

Links bezeichnet eine politische Einstellung, die darauf zielt für eine soziale, ökologische und ökonomische Gerechtigkeit zu handeln.

Soziale, ökologische und ökonomische Gerechtigkeit bedeutet ein gleichberechtigtes Miteinander zwischen Menschen, Natur und Umwelt. Dieses Miteinander ist zwar utopisch, es dient jedoch dem Verein zur Analyse des Handels und der Konzeption von Strategien.

Der Verein ermöglicht Freiräume zur Arbeit an dieser Utopie. Teile der Infrastruktur sind danach auszurichten, dass Menschen zum Mitmachen und gewaltfreiem Engagement animiert werden.

Freiräume sind Räume in denen Menschen respektvoll miteinander umgehen, ihr Verhalten reflektieren und vor allem sich fern von gesellschaftlichen Zuschreibungen, alltäglicher Normalität und sozialen Verhältnissen ausprobieren. Freiräume sind Wegweiser*innen unserer Utopie.

Eine Gesellschaft mit Grenzen, Profiten, Nationalstaaten, Patriarchat, Militär, Privilegien, Diskriminierung und Gefängnissen ist ungerecht. Sie ruft (Staats-) Gewalt, Zerstörung und Leid hervor. Der Verein lehnt sich daher gegen die aktuelle Gesellschaftsformen so lange auf bis soziale, ökologische und ökonomische Gerechtigkeit die Gesellschaft prägen. Die Freiräume sind bereits davon geprägt und dienen als Vorbild für eine erstrebenswerte Gesellschaft.

Gesellschaftliche Kritik, soziales Handeln und politische Analysen, die konstituierende Momente wie Grenzen, Militär, Nation u.s.w. nur ändern möchten und/oder je nach Situation, Herkunft, Autor*innenschaft u.s.w. unterschiedlich werten, widerstreben den Werten des Vereins.

Diskriminierung aufgrund von ethnischen Zuschreibungen, sozialer Zugehörigkeit, geschlechtlicher (Selbst-)Zuschreibung, sexueller Orientierung und weiteren Kriterien werden aktiv bekämpft. Dies bedeutet, dass sich der Verein von rechtem Gedankengut klar distanziert. Gesellschaftliche Kriterien sind soziale Konstrukte. In ihrer Wirkung sind sie fatal, aber konstitutiv für viele Bereiche unserer Gesellschaft. Der Verein reflektiert dies, um die Reproduktion dieser zu verhindern. Die Zuschreibung bestimmter Charaktereigenschaften, körperlicher Merkmale, Verhaltensweisen, Einstellung u.s.w. an Kriterien wie Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität u.s.w. ist Diskriminierung.

Menschen, die diskriminieren, stören und gefährden die Freiräume, die der Verein schaffen möchte. Die Freiräume sind ein zentrales Gut dieses Vereins. Alle Mitglieder engagieren sich für die Stärkung dieser Freiräume.

§4 Mitgliedschaft

  1. Der Verein umfasst als Mitglieder alle Gruppen oder Einzelpersonen, die Wohnungen oder Gewerberäume im Wohnprojekt Unfug jeweils als Mietpartei verantwortlich nutzen oder dies beabsichtigen.
  2. Über die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern entscheidet die Mitgliederversammlung (MV).
  3. Die Mitgliedschaft endet mit Auszug aus dem Haus oder durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand.
  4. Mitglied kann nur werden und sein, wer nicht gegen die Ziele des Vereins handelt und wer die Werte des Vereins vertritt.

§5 Mitgliederversammlung (MV)

  1. Die MV wird vom Vorstand oder mindestens drei Mitgliedern durch Aushang am Schwarzen Brett oder E-Mail-Verteiler des Vereins mit einer einwöchigen Frist unter Angabe der Tagesordnung einberufen.
  2. Sie beschließt mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit das Gesetz keine andere Mehrheit vorsieht.
  3. Die Beschlüsse der MV werden protokolliert und von der protokollierenden Person unterzeichnet. Zwischen den MVen werden die laufenden Geschäfte und Aufgaben des Vereins vom Plenum, dem regelmäßigen Treffen der Mitglieder, wahrgenommen.

§6 Vorstand

  1. Der Vorstand besteht aus drei oder mehr gleichberechtigten Personen, die von der MV gewählt werden. Der Vorstand ist der MV verantwortlich und an ihre Weisungen gebunden.
  2. Jedes Vorstandsmitglied ist nur gemeinsam mit einem anderen Vorstandsmitglied vertretungsberechtigt.

§7 Vermögen und Beiträge

Der Verein erstrebt keinen Gewinn; etwaiger Gewinn darf nur satzungsgemäß verwendet werden. Der Verein ist uneigennützig tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Ziele. Die Mitglieder dürfen in ihrer Eigenschaft als Mitglieder keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins erhalten. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Über Beiträge oder Einlagen entscheidet die MV.

§8 Vereinsauflösung

Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks ist das Vermögen des Vereins weiter im Sinne des bisherigen Zwecks zu verwenden: Es wird als Zweckvermögen (unselbstständige Stiftung) dem Mietshäusersyndikat zur treuhänderischen Verwaltung übertragen.