Protest gegen Braunkohle, Blutkohle und Atomtransporte

Kranbesetzung gegen Kohle und Atom
Kranbesetzung gegen Kohle und Atom

In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober wurden in der Lüneburger Innenstadt Solibanner für den Hambacher Wald und gegen die schmutzigen Braunkohlegeschäfte von RWE aufgehängt.

Einige Unfugler*innen zogen am 15. Oktober darüber hinaus zusammen mit weiteren Aktivist*innen der Aktionsgruppe #digger in eine temporäre luftige WG auf drei Etagen – Badewanne inklusive – auf einen Hafenkran in Hamburg ein.

WG #digger Kranbesetzung
Unfulgler Adri von der temporären WG #digger Kranbesetzung

Mit der Aktion machten sie auf die Rolle Hamburgs als Drehscheibe für den Import von Steinkohle (auch Blutkohle genannt) zb für das Kohlekraftwerk Hamburg Moorburg aufmerksam – sowie auf die zahlreichen Atomtransporte durch den Hafen.
Am kommenden Donnerstag 25. Oktober geht es für ein verlängertes Wochenende ins rheinische Braunkohlerevier für die Aktionen von Ende Gelände.

Wir dokumentieren die Pressemitteilung der Gruppe #digger. Eine Bildergalerie findest du hier.

Kohle- und Atomausstieg bleibt Handarbeit!

Hamburg, den 15. Oktober 2018. Mehrere Aktivist*innen der Aktionsgruppe #digger protestieren heute Vormittag mit einer Kletter- und Banneraktion an einem historischen Kran in der Hamburger Hafencity für einen sofortigen Ausstieg aus der Kohle- und Atomindustrie. Sie haben zwei große Transparente mit der Aufschrift „Burn Borders Not Coal“ und „Urantransporte stoppen“ in ca. 30 Metern Höhe entrollt und halten den Kran somit besetzt. Mit ihrer Aktion wollen sie einerseits auf die Erfolge der Antikohlebewegung gegen den Kohleriesen RWE im Hambacher Forst und der noch lange Weg zum Kohlehausstieg aufmerksam machen sowie auf die Rolle Hamburgs als internationale Drehscheibe für die fossilen Energieträger Kohle und Atom hinweisen.

Die Aktionsgruppe erläutert die Wahl des Hafenkrans als Aktionsort: Der Kran stehe für die Infrastruktur, die den Umschlag von Blutkohle und Uran möglich machen und somit den Betrieb von Kohle- und Atomanlagen sichern. Die Wahl ist auch eine Anspielung auf die Gerätschaften, die Kohlekonzerne zur Förderung von Kohle und Uran benötigen. Diese lassen sich durch direkte Aktionen gut besetzen!

Der Hambacher Forst ist vorerst gerettet. Doch der Kohleausstieg bleibt weiterhin Handarbeit. Menschen aus dem Aktionszusammenhang „Zucker im Tank“ führen immer wieder dezentrale (Besetzungs)-Aktionen auf Kohleinfrastruktur wie etwa Kohlekraftwerke durch. Vom 25. – 29. Oktober ruft „Ende Gelände“ zu einer Massenaktion auf. In der Vergangenheit gingen Tausende in die Kohlegruben, auf die Kohlebagger oder auf die Schienen der Kohlebahn.

Die Aktionsgruppe #digger ruft zur aktiven Teilnahme an den kommenden Aktionen des zivilen Ungehorsams auf.

Die Aktivist*innen erklären darüber hinaus ihre Solidarität mit der Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte. Hamburg bleibt – trotz Lippenbekenntnissen vom Hamburger Senat und bislang nicht umgesetzter Verzichtserklärungen Hamburger Hafenunternehmen – eine Drehscheibe für Atomtransporte, die Atomanlagen weltweit mit Brennstoff versorgen. Ziviler Ungehorsam gegen die Kohle- und Atompolitik ist bitter nötig. Derzeit stehen mehrere Aktivist*innen nach mehreren Blockaden von Urantransporten im Hafen vor dem Amtsgericht Hamburg Harburg. Nicht sie, sondern die Energieriesen sollten auf die Anklagebank stehen!

Lasst uns den Druck immer weiter aufbauen und damit RWE, Vattenfall und all die Klimakiller mit ihrer fossilen Industrie ins Museum – darum unsere Wahl eines historischen Krans – bringen. Dabei soll es nicht nur darum gehen, zu erneuerbaren Energien zu wechseln, sondern auch um eine dezentrale Energieversorgung in Bürger*innenhand und ein anderes Gesellschaftsmodell jenseits vom Kapitalismus. Wir setzen nicht auf die leeren Versprechen einer Kohlekommission, sondern auf Hand- und Seilarbeit“ so die Aktivist*innen.

Nicht unerwähnt soll die Rolle Hamburgs bei der Blutkohle bleiben. Im Hamburger Hafen wird Steinkohle für Kohlekraftwerke, wie Vattenfalls Kraftwerk in Hamburg Moorburg, umgeschlagen. Diese Kohle wird oftmals „Blutkohle“ genannt, weil sie unter menschenverachtenden Bedingungen in Ländern wie Kolumbien gefördert wird. Mit der Kohleindustrie geht auch eine menschliche Katastrophe einher. Und die Menschen aus dem globalen Süden, die von der Folgen dieser Industrie, vom Klimawandel in erster Linie betroffen sind, werden an unseren Grenzen abgewiesen! Was für eine verrückte Welt. Kohle darf Grenzen passieren, Menschen nicht. Unsere Forderung heißt deshalb „Burn Borders Not Coal!“

#digger

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